Archiv Januar, 2008
Pro Tools kann jetzt auch gut mit Video

Seit November letzten Jahres ist die neue Pro Tools 7.4 Software von Digidesign verfügbar und zeigt sich, den interessanten Erweiterungen sei Dank, flexibler denn je. Die jüngsten Kinder der Produktfamilie Pro Tools sind die Versionen LE und M-Powered 7.4. Mit neuen Krativtools unterstützt die aktualisierte Version zusätzliche Betriebssysteme und Erweiterungsoptionen. Denn obwohl in professionellen Studios für ProTools-Anwendungen der Mac bevorzugt wird, gibt es die Recordingsoftware nun auch plattformübergreifend für Windows Vista und Business.
Neu ist auch, dass die Version LE die Integration von Pro Tools in Avid-Videoproduktionen ermöglicht. Dieses Videomaterial ist Branchenstandard im Bereich Video- und Filmproduktion. Somit stehen Toningenieuren und Cuttern kostengünstige, professionelle Lösungen für die Integration von Videomaterial zur Verfügung. Durch die uneingeschränkte HD-Funktion können Avidsequenzen zeitsparend, relativ unkompliziert und ohne lästigen Export von Bildern wiedergegeben werden. Nennenswert ist außerdem die Elastic-Time Funktion, die eine Tempo- und Timingänderung von Audiotracks ermöglicht. Das ist sicherlich für Beatbastler interessant, die mittlerweile ohne Sampler und fast ausschließlich in Audioanwendungen produzieren und sich eine unkomplizierte Integrationsfunktion wie streching oder pitching wünschen.
Eine breite Palette an Möglichkeiten also, die dem Musiker, Komponist, Musikproduzenten oder Recording Engineer nun im Umgang mit der Software offen stehen. Die Version M-Powered bietet leider nicht ganz so viele Möglichkeiten, eignet sich jedoch für den privaten Bereich. Auf diese Art können auch Laien unkompliziert mit Pro Tools arbeiten.
(Bild: pixelio.de)
Lärmschutzrichtlinien vs. Venueanforderungen

Als im November 2007 die DIN 15905-5, die Richtlinie für die zulässige Lautstärke bei Veranstaltungen, novelliert wurde, sahen viele Veranstalter, Tontechniker und auch Besucher bereits dunkle Wolken am Venue-Horizont aufsteigen. Ein heikles Thema, das auch auf dem Kongress der Prolight + Sound zur Sprache kommen wird.
Michael Ebner von dBmess wird am 12. März um 12.45 im Raum “Symmetrie 4″ über Grenzwerte und Richtlinien für Lautstärken im Veranstaltungsbereich sprechen. Insbesondere soll die DIN15905-5 vor dem Hintergrund ihrer Überarbeitung betrachtet werden.Auf der einen Seite stehen die gesetzlichen Richtlinien (allen voran die TA Lärm, besagte DIN 15905-5 und, ja, das Strafgesetzbuch §§ 223 ff.), die Besucher und Anwohner vor Beeinträchtigungen und gesundheitlichen Schäden bewahren wollen. Auf der anderen Seite argumentieren Veranstalter und Tontechniker mit den jeweiligen Spezifika und Pegelanforderungen unterschiedlicher Venues, denen durch die Norm nicht mehr zu einem optimalen Klangbild verholfen werden kann - was auch dem zahlenden Besucher missfällt. Ein schalldruckintensives Event (Drum’n'Bass/HC etc.) stellt grundlegend andere Anforderungen an PA und Schallpegel als ein Jazzkonzert; Limiter regeln keineswegs in jedem Fall ohne Beeinträchtigung der Soundqualität ab, und dass es unterschiedliche Hörerwartungen auch in Bezug auf Lautstärkepegel gibt, liegt in der Natur der Sache.
Konkret fordert die DIN15905-5 einen Grenzwert des Beurteilungspegels von 99dB für jede volle halbe Stunde. Der Spitzenschallpegel L(C)peak ist auf 135dB zu begrenzen. Ab einem Beurteilungspegel von 95db sind vom Veranstalter Gehörschutzmittel bereitzustellen und das Publikum zum Tragen aufzufordern.
Die TA Lärm basiert auf dem Immissionsschutzgesetz, es geht also um den Schutz der Anwohner vor Beeinträchtigungen der Wohn- und Lebensqualität. Beispielsweise liegt der Pegelgrenzwert für Gewerbegebiete laut TA für 22.00 – 06.00 Uhr bei 50dB. Zum Vergleich: Die Geräuschkulisse eines Waldes (Wind, Blätterrauschen, Tierstimmen) beträgt etwa 40 dB.
(Foto: sxc.hu)
Top-Thema: Digitale Audionetzwerke

Kabelsalat. Das kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal mal ein Multicore gewickelt oder die heimische 5.1 Anlage hinter der Schrankwand verkabeln musste. Doch nicht nur der störende quantitative Aufwand sorgt für ein zunehmendes Interesse an digitaler Audioübertragung in Netzwerken. Auch die digitale Signalübertragung ermöglicht eine nahezu verlustfreie Übetragung, eine saubere galvanische Trennung bei der Überwindung großer Strecken und die relativ simple Handhabung von gespeicherten Presets. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten:
Vor allem die Ausfallsicherheit digitaler Systeme galt bisher, vor allem bei Mittel- Großveranstaltungen, als Schwachpunkt. Während bei analogen Multicore-Verbinungen meist noch genügend Ausweichplätze den Ausfall eines Kanals kompensieren können, fällt ein digitales System bei Problemen meist komplett aus. Seit geraumer Zeit arbeitet man nun mit besonderem Interesse daran, digitale Netzwerke ausfallsicherer zu gestalten – gebündelt unter dem Begriff Redundanz. Das bedeutet, dass es in Netzwerken, Racks, Livestrecken – überall dort, wo Signalübertragung stattfindet - Ausweichkanäle gibt, die für den regulären Betrieb des Systems nicht absolut notwendig sind, in Notfällen aber die ausgefallenen Bereiche ersetzen können.
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